Gemeinschaftlicher Erbschein ohne Erbquoten

Wird der Erblasser von mehreren Erben beerbt, ist ein sog.
gemeinschaftlicher Erbschein zu beantragen.

Bisher war dabei die Angabe der Erbquoten
(Bsp.: A zu ½, B zu ¼, C zu ¼) der einzelnen Miterben erforderlich.
Dies war insbesondere dann schwierig, wenn der Erblasser in seinem
Testament seinen Nachlass nicht nach Bruchteilen oder Quoten verteilt
hat, sondern den Erben einzelne Nachlassgegenstände zugewiesen hat.

Dann musste der gesamte Nachlass und jedes Einzelstück, oftmals durch
teure Sachverständigengutachten, bewertet und daraus die Erbquoten
berechnet werden.

Für Erbscheinsanträge seit dem 17.08.2015 gilt wegen des neu
eingefügten § 352 a Abs.2 FamFG, dass im Erbscheinsantrag die Angabe
der Erbquoten nicht erforderlich ist, wenn alle Antragsteller in dem
Antrag auf die Aufnahme der Erbteile in den Erbschein verzichten.

Bei Einigkeit der Erben kann der Erbschein dadurch schneller erlangt werden.
Für den Teilerbschein und den gemeinschaftlichen Teilerbschein hat sich
jedoch nichts geändert.